Ernährung bei Prostatakrebs

 

Was wir essen, wirkt sich auf unsere Gesundheit aus. So kann die richtige Ernährung bestimmten Krankheiten vorbeugen und auch bei bereits bestehender Erkrankung kann mit der richtigen Ernährung einiges bewirkt werden. Andersrum gibt es auch Lebensmittel, die sich negativ auf die allgemeine Gesundheit und bestimmten Krankheiten auswirken. Doch was ist speziell bei Prostatakrebs relevant?

 

Was zeichnet eine gesunde Ernährung aus?

Generell gilt, dass eine gesunde Ernährung grundsätzlich immer angestrebt werden sollte – und zwar nicht nur, um das Prostatakrebs-Risiko zu senken bzw. den Krankheitsverlauf zu verbessern, sondern auch um vielen anderen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und das Wohlbefinden zu steigern. Wer sich gesund ernähren möchte, sollte sich abwechslungsreich ernähren. In jedem Fall sollten Obst, Gemüse und Vollkornprodukte häufig auf den Speiseplan stehen. Fleisch und Alkohol sollten – wenn überhaupt – hingegen nur in geringen Mengen verzehrt werden. Einen Überblick über eine gesunde Ernährung bieten die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). In der Patientenlinien „Prostatakrebs I – Lokal begrenztes Prostatakarzinom“ und „Prostatakrebs II – Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom“ wird darauf hingewiesen, dass eine ausgewogene Ernährung bei dem Kampf gegen den Krebs unterstützen kann. Dies ist unter anderem auch deshalb von Bedeutung, da eine gesunde Ernährung Übergewicht, Diabetes und erhöhten Blutfetten vorbeugen kann – Leiden, die sich negativ auf den Krankheitsverlauf von Prostatakrebs-Patienten auswirken können (Studie von Gacci und Kollegen, 2017).

 

Welche Lebensmittel wirken sich speziell auf Prostatakrebs aus?

Neben den allgemein als gesund deklarierten Lebensmittel gab es bisher auch immer wieder Hinweise darauf, dass sich spezielle Lebensmittel besonders auf das Prostatakrebs-Risiko auswirken können. Zu diesen Lebensmitteln zählte beispielsweise die Tomate. Neuere Studie haben diesbezüglich jedoch Zweifel aufkommen lassen, sodass diese Annahme so nicht mehr haltbar ist. Der World Cancer Research Fund (WCRF) – eine globale Forschungseinrichtung, die die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Krebsrisiko analysiert – stellte jedoch fest, dass es Hinweise darauf gibt, dass Milchprodukte und Lebensmittel mit viel Calcium das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, erhöhen. Viel Calcium ist beispielsweise in Emmentaler, weißen Bohnen und Paranüssen enthalten. Generell besteht der Verdacht, dass sich die Lebensmittel, die sich negativ auf das Erkrankungsrisiko auswirken, auch einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben könnten. Tatsächlich gab es auch schon erste Studienergebnisse, die zeigten, dass Milchprodukte das Sterberisiko von Prostatakrebs-Patienten erhöhten (Studien von Downer und Kollegen, 2017).

 

Was sollte generell bei der Ernährung bei Prostatakrebs bedacht werden?

Im Vergleich zu bestimmten Lebensmitteln gibt es laut des WCRFs bezüglich des Körpergewichts deutlichere Hinweise darauf, dass dieses das Prostatakrebs-Risiko beeinflusst. Übergewicht scheint das Risiko für Prostatakrebs zu erhöhen. Das bedeutet, dass bei der Ernährung besonders darauf geachtete werden sollte, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und zu halten. Hierbei könnte es hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu nutzen und eventuell Kalorien zu zählen. Mit diesen Methoden ist es leichter abzuschätzen, wie gesund man sich tatsächlich ernährt und ob man Gefahr läuft, im Laufe der Jahre überschüssige Pfunde anzusammeln. Auf sehr kalorienreiche Nahrungsmittel wie zuckergesüßte Getränke, Süßigkeiten oder Alkohol sollten nach Möglichkeit verzichtet werden.

 

Was ist bei bestimmten Beschwerden, die bei der Therapie auftreten können, zu beachten?

Eine Krebserkrankungen und deren Behandlung können mit einigen Beschwerden einhergehen, die sich auf die Ernährung der Patienten auswirken können. So kommt es beispielsweise häufiger vor, dass Patienten während einer Chemo- oder Strahlentherapie unter Kau- und Schluckbeschwerden, unter ungewollten Gewichtsverlust, unter Appetitlosigkeit, unter Mundschleimhautentzündungen oder unter Mundtrockenheit leiden. Wenn diese Beschwerden auftreten, muss dies bei der Ernährung berücksichtigt werden. Tipps und Trick diesbezüglich sind in dem blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe „Ernährung bei Krebs“ zu finden.

 

 

Zusammengefasst

 

Positive Wirkung:           

 

  • gesunde, abwechslungsreicher Ernährung (viel Obst, Gemüse und Vollkorn und (wenn überhaupt) wenig Fleisch und Alkohol)

 

Negative Wirkung:    

 

  • Milchprodukte, kalorienreiche Ernährung (z. B. zuckergesüßte Getränke, Süßigkeiten, Alkohol)