Bewegung bei Prostatakrebs

 

Ein aktiver Lebensstil kann sich positiv auf das Krebsrisiko auswirken. Dies wurde von dem World Cancer Research Fund (WCRF) – eine globale Forschungseinrichtung, die die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Krebsrisiko analysiert – vor allem für Brust-, Darm- und Endometriumkrebs bestätigt. Doch auch bei Prostatakrebs scheint sich viel Bewegung positiv auf das Erkrankungsrisiko auszuwirken. Es gilt nämlich als sehr wahrscheinlich, dass Übergewicht einen Risikofaktor für Prostatakrebs darstellt. Mit Sport und viel Bewegung kann diesem begegnet und somit das Prostatakrebsrisiko reduziert werden. Doch körperliche Aktivität kann sich nicht nur auf das Erkrankungsrisiko auswirken, sondern kann auch den Krankheitsverlauf und das Wohlbefinden bei bereits bestehender Erkrankung verbessern. So wurde beispielsweise in einer kleinen Studie gezeigt, dass regelmäßiges Yoga die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie wie z. B. Erschöpfung lindern konnte (Studie Ben-Josef von und Kollegen, 2017).

 

Was sollte bei der Sportwahl beachtet werden?

Generell gilt, dass Sport Freude bereiten sollte. Bei der Wahl der Sportart sollte somit die individuellen Vorlieben und auch die persönlichen Belastungsgrenzen berücksichtigt werden. In den Patientenleitlinien „Prostatakrebs I – Lokal begrenztes Prostatakarzinom“ und „Prostatakrebs II – Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom“ wird eine Mischung aus mäßigem Kraft- und Ausdauertraining vorgeschlagen. Gerade bei Prostatakrebs kommt es häufig zu Problemen, die durch Sport verbessert werden können. Dazu gehört beispielsweise Inkontinenz. Mit einer Stärkung der Beckenbodenmuskulatur kann diese belastende Funktionsstörung verbessert werden. Es wird empfohlen, vor dem Beginn eines Sportprogrammes mit dem behandelnden Arzt die persönliche Belastbarkeit einzuschätzen.

 

Mehr Bewegung in den Alltag bringen

Spezielle Tipps zu Bewegung und Sport sind in dem blauen Ratgeber „Bewegung und Sport bei Krebs“ der Deutschen Krebshilfe zu finden. In diesem Ratgeber wird unabhängig von der Art der Krebserkrankung empfohlen, sich dreimal die Woche 60 Minuten lang mit einer Intensität, die als etwas anstrengend empfunden wird, zu bewegen. Diese Minuten können auch auf fünf bis sechs Einheiten pro Woche (von jeweils 30 Minuten) aufgeteilt werden. Auch eine Reduktion der Trainingszeit ist möglich, wenn die Intensität entsprechend gesteigert wird (anstrengendes Training). In diesem Fall werden mindestens dreimal die Woche 30 Minuten empfohlen. Mit einfachen Tricks kann außerdem generell mehr Bewegung in den Alltag gebracht werden. Dazu gehören: das Auto mal stehen zu lassen, Treppe zu nehmen statt den Fahrstuhl, ab und zu eine Haltestelle früher auszusteigen und kleine Spaziergängen zum Beispiel nach dem Essen zur Verdauung oder vor dem Schlafengehen, um besser einschlafen zu können. Um einen Überblick darüber zu bekommen, wie viel man sich im Alltag tatsächlich bewegt, könnte ein Schrittzähler hilfreich sein und gleichzeitig zu mehr Bewegung motivieren.

 

Wann sollte erst einmal auf Sport verzichtet werden?

Es gibt einige Situationen, bei denen sich der Körper erholen muss und durch Sport schnell überlastet wird. In dem bereits erwähnten blauen Ratgeber der deutschen Krebshilfe werden einige dieser Situationen aufgezählt. Dort wird dazu geraten, erstmal auf Sport zu verzichten, wenn die Blutwerte nicht gut sind, was beispielsweise bei einer Chemotherapie öfter der Fall sein kann, und wenn der Patient Fieber, Übelkeit, starke Infektionen, Kreislaufbeschwerden oder starke Schmerzen aufweist. Auch direkt nach einer Operation oder Chemotherapie sollte der Körper erst einmal geschont werden und der Zeitpunkt, an dem das Training wieder aufgenommen werden kann, mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Denn nach einer Operation ist es wichtig, dass sich der Körper erst einmal erholt und Narben verheilen. Besonders Radfahren könnte in den ersten Monaten nach einer operativen Prostataentfernung Schmerzen verursachen, weshalb auf diese Sportart nach einer Operation erst einmal verzichtet werden sollte. Eine ärztliche Beratung bedarf es diesbezüglich auch bei beim Vorhandensein von Knochenmetastasen.

 

Patienten mit Prostatakrebs können von regelmäßiger Bewegung profitieren. Dabei muss es nicht gleich Hochleistungssport sein. Auch zügiges Spazierengehen, Walking oder Laufen können sich positiv auswirken. Körperliche Aktivität stärkt das Immun- und das Herz-Kreislauf-System und baut Stress und negative Emotionen ab, wodurch das Wohlbefinden gesteigert wird. Außerdem bietet Sport die Möglichkeit, soziale Kontakte aufzubauen oder zu stärken, wenn man sich beispielsweise Sportgruppen anschließt. Generell gilt jedoch, dass die Intensität des Trainings an die persönliche Fitness angepasst werden sollte und dass es wichtig ist, auf seinen Körper zu hören und ihm Ruhepausen zu gönnen, wenn er nach diesen verlangt.

 

 

Zusammengefasst

 

  • Regelmäßige Bewegung kann die Lebensqualität von Patienten mit Prostatakrebs verbessern

 

  • Die Intensität des Sports sollte an die persönliche Fitness angepasst werden

 

  • Gerade bei Prostatakrebs ist die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur von Bedeutung

 

  • Es gibt Situationen, in denen eine Sportpause eingelegt werden sollte